Beispiele: Bildungsmanagement in der Praxis

Obwohl sich das Bildungsangebot immer am konkreten Bedarf orientiert, ist das Prozedere bei Konzeption und Antragstellung eher abstrakt.

                       

Beim Ausfüllen von Fördergeldanträgen beispielsweise muss ich neben inhaltlichen auch viele formale Anforderungen erfüllen.

Der Lohn für diese Vorarbeit ist die erfolgreiche Umsetzung in die Praxis – wenn die Absolventen, Bildungsträger und Kooperationspartner ihre Ziele erreichen.

Beispiel PFIFF - Potenziale von Frauen in Führung fördern

Beispiel PFIFF  - Potenziale von Frauen in Führung fördern

Dieses Bildungsprojekt verknüpft ein Mentoringprogramm mit einem Führungstraining. Im Mentoring berät und begleitet eine erfahrene Persönlichkeit als Mentor/in eine Nachwuchskraft. Bei PFIFF treffen sich Mentor/in und Mentee über einen Zeitraum von zehn Monaten alle vier bis sechs Wochen. Themen sind zum Beispiel bevorstehende Veränderungen im Unternehmen der Mentee.

Parallel machen sich die Teilnehmerinnen im Führungstraining „Fit for Management“. Die sieben Module umfassen die Themen

  • Persönlichkeit und Führung
  • Erfolgreich werben für sich selbst
  • Konfliktmanagement
  • Kommunikation und Gesprächsführung
  • Projektarbeit und Moderation
  • Netzwerke als Karrierefaktor
  • Work-Life-Balance

Die Module sind als zweitägige Workshops konzipiert, die alle vier bis sechs Wochen stattfinden. Jede der 14 Teilnehmerinnen wird insgesamt 136 Stunden absolvieren, eine Projektarbeit erstellen und sie der Gruppe präsentieren.

Das Projekt habe ich im Auftrag der Volkshochschule (VHS) Stade in Kooperation mit der Hansestadt Stade initiiert und entwickelt. Vor der Umsetzung unterstützte ich die Bildung eines Beirates, der aus Vertretern des Arbeitgeberverbandes, des Einzelhandelsverbandes, der Wirtschaftsförderung, der Handelskammer und der Handwerkskammer besteht. Gemeinsam diskutierten wir den Bedarf. Die Kammern, die Wirtschaftsförderung und der Arbeitgeberverband stellten einen Letter of Intent als Empfehlungsschreiben zur Verfügung.

Zudem organisierte ich die Information der Teilnehmerinnen – also der weiblichen Nachwuchskräfte, die den Wunsch und das Potenzial haben, eine leitende Position zu übernehmen. Die Verbände und Kammern informierten ihre Mitglieder ebenfalls über das Angebot.

Beispiel MIA: Qualifizierung für Migrantinnen mit kaufmännischem Berufsabschluss zur Integration in den Arbeitsmarkt

Beispiel MIA

Für die Volkshochschule Stade konzipierte und entwickelte ich das Projekt MIA, das Migrantinnen den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen sollte. Das Land Niedersachsen und der Europäische Sozialfonds bewilligten die Fördermittel, die ich für die VHS Stade beantragt hatte. Die Kofinanzierung übernahmen das ARGE-Jobcenter Stade sowie die Arbeitsagentur Stade.

MIA richtete sich an Frauen aller Herkunftsländer mit kaufmännischem Berufsabschluss, die arbeitslos oder geringfügig beschäftigt waren und in eine kaufmännische Tätigkeit aufsteigen wollten. Voraussetzung war, dass die Teilnehmerinnen ALG I oder ALG II bezogen. Frauen, die noch keine Leistungen erhielten, konnten sich arbeitssuchend melden.

Das Projekt dauerte vom 15. Dezember 2015 bis zum 31. März 2016. Es umfasste zum einen die Beratung, wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen sowie andere persönliche Fragen, zum anderen die Begleitung bei der Praktikums- und Arbeitsplatzsuche.

Die Teilnehmerinnen besuchten Montag bis Freitag in der Zeit von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr folgende Kurse zur Weiterqualifizierung:

    • Deutsches Rechnungswesen (Lohn und Gehalt in Theorie und Praxis, Arbeitsrecht und Buchführung in Theorie und Praxis)
    • Deutsch
    • EDV Office
    • Bewerbungstraining
    • Kompetenztraining

Zusätzlich zu den Kursen war nachmittags und am Wochenende Zeit für die Nacharbeit zu Hause und die Alltagskonversation eingeplant.

Am Ende der Qualifizierung stand ein Praktikum. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Programms erwarben die Teilnehmerinnen das „Zertifikat Fachkraft für Buchhaltung und Personalabrechnung, Deutsch B2 und C1“.

Ergebnis: 70 Prozent der Teilnehmerinnen haben eine Anschlussbeschäftigung erreicht. Sie erhielten einen Ausbildungsplatz oder eine Festanstellung, verlängerten ihr Praktikum, begannen eine Umschulung oder nahmen ein Duales Studium auf.

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